Löhne und Inflation bedrohen Alltag: Plasser & Theurer-Chef fordert leistbares Leben

Plasser & Theurer bringt die zentrale Frage der laufenden Metall‑KV‑Verhandlungen klar auf den Tisch: Wie lassen sich überdurchschnittliche Löhne mit steigenden Kosten vereinbaren, ohne den Wirtschaftsstandort zu schwächen? Das Gespräch mit Geschäftsführer Johannes Max-Theurer zeigt, wie ein traditionelles Industrieunternehmen auf Preisdruck, Fachkräftemangel und veränderte Erwartungen der Belegschaft reagiert.

Arbeitskosten versus Wettbewerbsfähigkeit: Warum der Standort gefährdet ist

Die Lohnkosten sind in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Laut Max-Theurer treffen diese Erhöhungen Firmen wie Plasser & Theurer besonders hart.

Unternehmensunterlagen und Stift neben Produktionshalle, Symbol für steigende Lohnkosten
Steigende Lohnkosten belasten den Produktionsstandort.

Wichtig sei, die Lebenshaltungskosten zu entschärfen. Gleichzeitig warnt er davor, dass Lohnsteigerungen weit über der Inflation die internationale Konkurrenzfähigkeit untergraben.

Die Kernbotschaft: Hohe Tarifabschlüsse können Wohlstand sichern, aber auch zu Deindustrialisierung führen, wenn die Wertschöpfung im Land schwindet.

Neuer Metall-Kollektivvertrag: Balance zwischen Lohn und Stabilität

Die Sozialpartner haben nach kurzer Verhandlungszeit einen neuen KV für die Metallindustrie vereinbart.

  • Gestaffelte Lohnerhöhungen
  • Einmalige Zahlungen
  • Mehr Freizeit für Beschäftigte

Der Abschluss gilt als Signal wirtschaftlicher Vernunft in einer heiklen Lage. Für Unternehmen bedeutet das: bessere Planungssicherheit, aber auch höhere laufende Kosten.

Arbeitsleistung, Krankenstände und Teilzeit: Die Lage bei Plasser & Theurer

Max-Theurer betont, dass die Leistung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter stabil bleibt. Es gebe keinen generellen Produktivitätsabfall.

Mehr Teilzeitinteresse ist erkennbar. Gründe sind Betreuungspflichten und ein knappes Betreuungsangebot für Kinder.

  • Teilzeitarbeit: steigt, bleibt aber in absoluten Zahlen gering
  • Krankenstände: unter dem nationalen Durchschnitt
  • Produktivität: Fokus auf Effizienzsteigerung

Strategie: Gesunde Auslastung und gezielte Maßnahmen zur Effizienz sollen internationalen Druck abfedern.

Anreize und neues Lohnmodell: Kompetenz als Werttreiber

Das Unternehmen hat 2024 ein neues Vergütungssystem eingeführt. Es belohnt Kompetenzen und Qualifikation.

Mitarbeitende in einer Werkstatt bei Weiterbildung und Maschinenarbeit
Weiterbildung soll Verdienstchancen und Qualifikationen verbessern.

Das System lässt Mitarbeitende ihren Verdienst durch Weiterbildung direkt beeinflussen.

  • Motivation steigt durch leistungsorientierte Bezahlung
  • Positive Effekte auf Arbeitsleistung beobachtet
  • Testweise Gleitzeit in Teilen der Produktion

Das bisherige Feedback zu flexibleren Arbeitszeitmodellen ist laut Max-Theurer überwiegend positiv.

Frauen, ältere Beschäftigte und Ausbildung: Wege aus dem Fachkräftemangel

Die Branche hat traditionell wenige Frauen. Plasser & Theurer will das ändern, sieht aber Grenzen für schnellen Wandel.

Maßnahmen im Überblick:

  • Flexiblere Arbeitszeiten zur besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie
  • Gezielte Lehrlingswerbung für Mädchen
  • Altersgerechte Arbeitsplätze und Gesundheitsmanagement
  • Weiterbildung und Wertschätzung langjähriger Mitarbeitender

Durch diese Maßnahmen konnten bereits mehr Frauen, teilweise auch in Führungspositionen, gewonnen werden. Der Anteil bleibt jedoch ausbaufähig.

Gesundheit und Betriebsklima: Prävention statt Reaktion

Plasser & Theurer setzt laut Max-Theurer auf betriebliches Gesundheitsmanagement.

Wichtige Punkte sind ergonomische Arbeitsplätze, Fortbildung und Anerkennung der Erfahrung älterer Kolleginnen und Kollegen.

Ziel: Ausfallzeiten reduzieren und die langfristige Leistungsfähigkeit sichern.

Ähnliche Artikel

Bewerten Sie diesen Artikel
Lesen Sie auch  Industrieroboter boomen: Installationen haben sich in zehn Jahren verdoppelt

Leave a Comment

Share to...