Beim Kunststoffhersteller Borealis in Linz laufen derzeit Umbaupläne, die das Personal betreffen könnten. Konzernangaben und Gespräche mit den Gremien deuten auf Einschnitte in einzelnen Bereichen hin. Betroffene Beschäftigte und Betriebsräte warten auf konkrete Entscheidungen.
Borealis Linz: Personalstreichungen und laufende Verhandlungen
In Linz steht laut internen Informationen ein Reorganisationsprozess an. Ziel ist es, Abläufe zu verschlanken und den Kundenservice neu zu strukturieren. Nach Firmenangaben könnten dadurch bis zu 30 Arbeitsplätze am Standort betroffen sein. Konkrete Termine für eine Umsetzung nannte das Unternehmen noch nicht.
Die Leitung betont, dass derzeit Gespräche mit Betriebsrat und Personalabteilung geführt werden. Es werde geprüft, ob Betroffene intern umgeschult oder anders eingesetzt werden können.
- Standort Linz: bis zu 30 Betroffene.
- Standort Belgien: bis zu 90 Mitarbeitende in Kundenservice und IT möglich betroffen.
Auslöser des Umbaus: Preis- und Wettbewerbsdruck auf dem Weltmarkt
Borealis nennt mehrere Faktoren als Treiber des strategischen Wechsels. Dazu gehören erhöhter internationaler Preisdruck und veränderte Handelsbedingungen. Besonders ins Gewicht fällt eine Strafzollregelung der USA.

Weitere Ursachen sind ein globales Überangebot an Kunststoffen und verstärkte Konkurrenz aus preisgünstigen Produktionsregionen. Diese Kombination zwingt europäische Anbieter, ihre Kostenstrukturen zu prüfen.
Strategische Neuausrichtung und Konzernziele
Im Februar 2025 hat die Geschäftsführung die Strategie überarbeitet. Unter der Leitung von CEO Stefan Doboczky soll Borealis flexibler und wettbewerbsfähiger werden. Teil der Maßnahmen ist die Abstimmung mit Sparprogrammen der Muttergesellschaft.
Die OMV plant, bis 2027 rund 400 Millionen Euro einzusparen. Borealis will Synergien nutzen, um effizienter zu arbeiten und Marktpositionen zu halten.
Unternehmensprofil: Größe, Standorte und Bedeutung für Österreich
Borealis gehört mehrheitlich zur OMV und ist international tätig. Das Unternehmen zählt zu den führenden Anbietern auf dem Gebiet kreislauforientierter Polyolefine.
- Gesamtbeschäftigte weltweit: etwa 6.200
- Mitarbeiter in Österreich: rund 1.900
- Beschäftigte in Linz: circa 500
Großprojekt Schwechat: Neue Produktion, neue Jobs
Zeitgleich investiert Borealis deutlich in Schwechat. Dort ist eine Erweiterung der Polypropylen-Verarbeitung geplant, um spezialisierte Compounds herzustellen.

Die Investition beläuft sich auf rund 100 Millionen Euro. Eine neue Produktionslinie soll in der zweiten Jahreshälfte 2026 anlaufen und etwa 25 zusätzliche Arbeitsplätze schaffen.
Wofür die Kapazitäten geplant sind
- Anwendungen für Konsumgüter wie Haushaltsgeräte.
- Leichtbauteile und Komponenten für die Mobilität, besonders E-Fahrzeuge.
- Bauteile und Außenschichten für Infrastruktur und Rohre.
Mit der Ergänzung will Borealis Schwechat als zentrale Drehscheibe für PP-Compounding in Europa stärken. Laut Unternehmen dienen die Kapazitäten dazu, Kunden in Österreich und auf Exportmärkten besser zu versorgen.
Baulicher Fortschritt und internationale Präsenz
Die Bauarbeiten am Standort Schwechat sind bereits gestartet. Erste Gebäude und Silos wurden bereits errichtet. Borealis betreibt zudem Werke und Joint Ventures in mehreren Ländern, darunter Abu Dhabi, Deutschland, Belgien, Finnland, Schweden und den USA.
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Markus Huber ist Industrie-Analyst mit Schwerpunkt auf Automatisierung und 3D-Fertigung. Er zeigt Ihnen, wie Sie Prozesse digitalisieren und Ihre Wettbewerbsfähigkeit steigern.