In Niederösterreich bleibt die berufliche Ausbildung ein wichtiger Pfeiler für den Einstieg ins Erwerbsleben. Junge Menschen finden in Betrieben aller Größen praktische Wege ins Berufsleben. Zugleich verändern sich Angebot und Nachfrage auf dem Lehrstellenmarkt deutlich.
Aktuelle Zahlen zur Lehre in Niederösterreich
Die Statistik zeigt ein lebendiges Bild: Viele Jugendliche absolvieren derzeit eine Lehre. Andere stehen noch auf der Suche nach einem passenden Ausbildungsplatz.

- 16.421 Lehrlinge sind aktuell in Ausbildung.
- Diese Lehrlinge verteilen sich auf mehr als 4.200 Lehrbetriebe.
- Im Jahr 2025 traten 7.216 Personen zur Lehrabschlussprüfung an.
- Von diesen Prüflingen bestanden 5.401 die Abschlussprüfung erfolgreich.
Branchen mit besonders vielen Auszubildenden
Ein Blick auf die Branchen zeigt klare Schwerpunkte. Handwerk und Gewerbe bilden weiterhin die meisten Nachwuchskräfte aus.
- Im Bereich Gewerbe und Handwerk lernen 7.869 junge Menschen.
- Weitere Ausbildungen finden in Industrie, Handel und Dienstleistung statt.
Warum das Handwerk so attraktiv bleibt
Handwerksbetriebe bieten praxisnahe Lernumgebungen und oft einen direkten Übergang ins Berufsleben. Viele junge Menschen schätzen den frühen Kontakt zu realen Aufgaben.
Lehrstellenmarkt: Nachfrage steigt, Angebot sinkt
Die Entwicklung auf dem Lehrstellenmarkt ist zweigeteilt. Mehr Jugendliche suchen, doch offene Ausbildungsplätze werden weniger.
- Ende 2025 waren 1.299 Menschen als Lehrstellensuchende registriert.
- Das entspricht einem Zuwachs von rund 6,4 % gegenüber dem Vorjahr.
- Gleichzeitig gab es nur noch 1.820 ausgeschriebene Lehrstellen.
- Das Angebot sank damit um etwa 23,1 %.
Praxisbeispiel aus einer Tischlerei
In vielen kleinen Werkstätten laufen Lehrlinge in die tägliche Produktion ein. Eine Tischlerei in St. Peter zeigt, wie praxisnahe Ausbildung funktioniert.

Ausbilder geben Anleitung an Maschinen und on-the-job-Training. So wachsen handwerkliche Fertigkeiten Schritt für Schritt.
Vorteile der Lehre für Jugendliche und Betriebe
Die duale Ausbildung verbindet Theorie und Praxis. Das bietet große Chancen für beide Seiten.
- Für Jugendliche: schneller Einstieg ins Arbeitsleben und gute Perspektiven.
- Für Betriebe: gezielte Fachkräftesicherung durch eigene Auszubildende.
- Für die Region: stabile Fachkräftebasis und lokale Wertschöpfung.
Maßnahmen gegen den Rückgang offener Lehrstellen
Unternehmen und Politik sind gefragt. Es gibt verschiedene Hebel, um Ausbildung attraktiver zu machen.
- Gezielte Ausbildungsförderungen stärken die Betriebsbereitschaft.
- Kooperationen mit Schulen erleichtern den Übergang für Jugendliche.
- Moderne Lehrmethoden und Digitalisierung machen Berufe zukunftsfähig.
Was Suchende jetzt beachten sollten
Wer aktuell eine Lehre sucht, sollte mehrere Wege nutzen. Eigeninitiative zahlt sich aus.
- Betriebe direkt ansprechen und Praktika anbieten lassen.
- Berufsberatung und regionale Plattformen zurate ziehen.
- Flexible Einstiegsmöglichkeiten wie Schnupperlehren nutzen.
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Sabine Köhler ist Expertin für berufliche Weiterbildung und Förderprogramme. Sie zeigt Ihnen, wie Sie Lehrgänge finanzieren und neue Qualifikationen erfolgreich erwerben.