Industrieanlagen werden digitaler und damit auch komplizierter. Hersteller stehen vor der Aufgabe, Maschinen, Sensoren und Antriebe über unterschiedliche Netze und Protokolle hinweg zuverlässig zu verknüpfen. Hilscher setzt genau hier an und bietet eine Technologie, die Kommunikation vereinheitlicht und Firmen Arbeit abnimmt.
Wie eine Plattform viele Protokolle abdeckt
Hilscher hat eine technische Antwort auf das Protokollchaos entwickelt. Die netX-Plattform erlaubt den Betrieb mehrerer industrieller Kommunikationsstandards auf einer einzigen Basis.
Die Technik im Kern
- Der Multiprotokoll-Chip verarbeitet verschiedene Feldbusse und Ethernet-basierte Protokolle.
- Hersteller integrieren eine Schnittstelle, statt viele Einzelstandards zu betreuen.
- Rund 25 Millionen Netzwerkknoten laufen laut Unternehmen bereits mit netX-Technik.
Das Ziel ist simpel: Entwickler sollen sich auf Produktfunktionen konzentrieren. Die Vernetzung übernimmt Hilscher.

Vom Familienunternehmen zum internationalen Anbieter
Das Unternehmen begann in den 1980er-Jahren als Projektbetrieb für Bus-Kommunikation. Seitdem hat es sich mehrfach neu ausgerichtet.
- Gründung: Mitte der 1980er.
- Generation: Heute leitet der Sohn der Gründergeneration die Firma.
- Wandel: Von PCKarten über Embedded-Module bis hin zu Multiprotokoll-Chips.
Die Neuausrichtungen erfolgten etwa im Rhythmus technologischer Sprünge. Das Ergebnis ist ein Portfolio, das Hardware, Software und Cloud-Anbindung umfasst.
One-Stop-Shop: Komplettlösungen statt Einzelbausteine
Hilscher liefert nicht nur Chips. Das Angebot reicht von eingebetteter Hardware bis zu Software-Stacks und Managementlösungen für IIoT.
Was Kunden bekommen
- Embedded-Module und PC-Karten.
- Gateways und Edge-Lösungen für lokale Verarbeitung.
- Software, Betriebssystemkomponenten und Security-Applikationen.
- netFIELD als Plattform für Datentransport vom Gerät bis in die Cloud.
Zusätzlich bietet das Unternehmen Services wie Zertifizierungsunterstützung und Anpassungen an Kundenanforderungen.

Security ist dabei kein Add-on. Sicherheit entsteht laut Hilscher durch das Zusammenspiel von Hard- und Software. Deshalb wird die Kommunikationslösung als ganzheitliches System verstanden.
Markt, Nachfrage und wirtschaftliche Lage
Die Rahmenbedingungen haben sich verändert. Preisdruck aus China, Zölle und andere Lieferkettenrisiken beeinflussen Entscheidungen.
Bei solchen Unsicherheiten gewinnen flexible Produktionskonzepte an Bedeutung. Vernetzte Maschinen sollen rasch an neue Bedingungen angepasst werden.
Zahlen und Dynamik
- Belegschaft: Mehr als 400 Mitarbeiter weltweit.
- Standorte: Eine internationale Präsenz mit mehreren Niederlassungen.
- Umsatz: Zwischen 70 und 100 Millionen Euro, mit bis zu 30% Wachstum in einzelnen Jahren (2020–2023).
Nach Lagerauffüllungen in der Krisenzeit wächst die Nachfrage wieder. Anfang des Jahres gab es besonders starke Auftragseingänge.
Erweiterung in neue Branchen und globale Vernetzung
Wachstumspotenzial sieht Hilscher nicht nur in der klassischen Fabrikautomation. Technologien dringen in andere Bereiche vor.
- Prozessautomation nutzt robuste Kommunikationslösungen.
- Medizintechnik und Defense übernehmen bewährte Industriestandards.
- Sektorübergreifende Vernetzung wird wichtiger.
Intern konzentriert sich das Unternehmen auf engere Abstimmung seiner weltweiten Standorte. Ziel ist, global tätige Kunden einheitlich zu bedienen und die eigene Plattform in neuen Märkten zu platzieren.
Portfolio und Anwendungsnutzen für Gerätehersteller
Für Sensor-, Steuerungs- und Antriebshersteller hat Hilscher ein klares Versprechen: Kommunikationsaufwand reduzieren, Markteinführung beschleunigen.
- Schnellere Integration dank einheitlicher Schnittstellen.
- Reduzierte Entwicklungsaufwände für Protokolle.
- Support bei Sicherheits- und Zertifizierungsfragen.
Fertigungs- und Antriebshersteller können sich demnach auf ihre Kernkompetenzen fokussieren. Die Aufgabe, Daten sicher und zuverlässig zu transportieren, übernimmt Hilscher.
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Markus Huber ist Industrie-Analyst mit Schwerpunkt auf Automatisierung und 3D-Fertigung. Er zeigt Ihnen, wie Sie Prozesse digitalisieren und Ihre Wettbewerbsfähigkeit steigern.