In Horn sorgt ein Praktikumsfall für Unruhe: Ein 15-jähriger Schüler sollte wiederholt bis nach Mitternacht im Betrieb arbeiten. Die Eltern wurden gebeten, eine Einverständniserklärung zu unterschreiben. Nun prüft die Arbeiterkammer den Vorfall und erwägt die Einschaltung der Arbeitsinspektion.
Vorfall in Horn: Junge unter 16 bei Nacht im Einsatz
Der Jugendliche war mehrfach so eingeplant, dass seine Schichten bis etwa 1 Uhr nachts dauerten. Als der Vater davon erfuhr, griff er ein und holte seinen Sohn vom Praktikumsplatz ab.

Die Familie erhielt ein Dokument zur Unterschrift, das offenbar die Zustimmung zu den späten Arbeitszeiten festhalten sollte. Die Arbeiterkammer Horn bewertet das als alarmierend.
Rechtlicher Rahmen: Diese Regeln gelten für Minderjährige
- Jugendliche unter 16 Jahren dürfen nachts nicht zwischen 20 und 6 Uhr beschäftigt werden.
- Überstunden für Unter-16-Jährige sind grundsätzlich verboten.
- Bei einer Arbeitszeit von mehr als 4,5 Stunden steht Jugendlichen eine Pause von mindestens 30 Minuten zu.
- Es ist eine zusammenhängende Freizeit von zwei Tagen pro Woche vorgeschrieben.
Diese Schutzvorschriften lassen sich nicht durch eine elterliche Unterschrift aushebeln.
Elternunterschrift und mögliche Folgen
Die Arbeiterkammer weist darauf hin, dass eine Zustimmung der Eltern die gesetzlichen Schutzbestimmungen nicht aufhebt. Eltern könnten rechtlich in die Verantwortung geraten, wenn sie wissentlich gegen Fürsorgepflichten handeln.
Eine Unterschrift entbindet den Arbeitgeber nicht von seiner Pflicht, Jugendschutzgesetze einzuhalten.
Arbeiterkammer reagiert: Prüfung und Anzeige möglich
Bezirksstellenleiter Andreas Riedl hat den Fall als ernst eingestuft. Er will prüfen lassen, wie es zu den nächtlichen Einsatzzeiten kommen konnte.
- Die Arbeiterkammer erwägt die Einschaltung der Arbeitsinspektion.
- Eine Betriebsprüfung soll klären, ob weitere Verstöße vorliegen.
- Aus Datenschutzgründen wurde die betreffende Sparte des Betriebs nicht veröffentlicht.
Was jetzt zu beachten ist: Tipps für Betriebe und Eltern
- Betriebe sollten ihre Dienstpläne an Jugendarbeitsschutzvorschriften ausrichten.
- Eltern müssen prüfen, ob Praktikumsbedingungen dem Schutz von Minderjährigen entsprechen.
- Schülerinnen und Schüler sollen sich bei Zweifeln an die Arbeiterkammer oder die Arbeitsinspektion wenden.

Nächste Schritte: Kontrollen und mögliche Maßnahmen
Die Arbeiterkammer plant eine detaillierte Nachforschung vor Ort. Ziel ist es, Regelverletzungen aufzudecken und künftige Vorfälle zu verhindern.
Ob eine förmliche Anzeige oder andere Sanktionen folgen, hängt vom Ergebnis der Prüfung ab.
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