Die ISO 45001 ist da!

Am 12. März 2018 wurde die lang erwartete ISO 45001:2018 veröffentlicht. Damit gibt es erstmalig eine weltweit einheitliche Norm für Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit.

Fünf Tipps, wie Arbeitsschutz umgesetzt werden kann © Bild: ISO.org

Fünf Tipps, wie Arbeitsschutz umgesetzt werden kann © Bild: ISO.org

Nach breiter Zustimmung zum Final Draft International Standard (FDIS) liegt nun die englische Fassung der ISO 45001:2018 vor. Als Vorläufer für diese erste, weltweit einheitliche Norm für Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz diente der britische Standard OHSAS 18001.

„In der ISO 45001 ist der Präventionscharakter stärker verankert, als dies in der OHSAS 18001 der Fall war. Das steht in gutem Einklang mit österreichischem bzw. EU-Recht, weil hier der Gedanke der Arbeitsplatz-Evaluierung und das Abstecken und Bewusstmachen der Gefahren-Elemente bereits massiv verwurzelt ist“, erläutert Eckehard Bauer, Prokurist Key Account und Business Development für Risiko- und Sicherheitsmanagement bei Quality Austria, die Vorteile der neuen Norm.

Um eine einfache Integration in bestehende Managementsysteme zu erleichtern und damit den administrativen Aufwand zu reduzieren, ist ISO 45001 nach der „ISO High Level Structure“ aufgebaut, einer einheitlichen, übergeordneten Struktur, nach der sämtliche Neuausgaben der ISO-Management-Standards strukturiert sind. Damit ist eine hohe Kompatibilität mit ISO 9001 (Qualitätsmanagement) und ISO 14001 (Umweltmanagement) gewährleistet.

Eine Checkliste mit einer Gegenüberstellung der Normen ISO 9001:2015, ISO 14001:2015, DIS ISO 45001:2015, ISO 50001:2011 und ISO 22301:2012 finden Sie unter dem nebenstehenden Link: Gegenüberstellung der Normen.

Der neue Arbeitsschutz-Standard ISO 45001 basiert nicht nur auf den allgemeinen Elementen aller ISO-Standards für Managementsysteme, sondern verwendet auch ein einfaches Plan-Do-Check-Act-Modell (PDCA). Das bietet Unternehmen und anderen Organisationen einen Rahmen, in dem sie planen können, was sie einführen müssen, um Risiken zu minimieren. Die Maßnahmen sollten Bedenken Rechnung tragen, die zu langfristigen Gesundheitsproblemen und Arbeitsunfähigkeit sowie zu Unfällen führen können.

Eine deutsche Übersetzung der ISO 45001:2018 soll zeitnah vorliegen. Sie wird auch als ÖNORM übernommen werden. Für den Umstieg vom bisherigen britischen Standard OHSAS 18001 auf die ISO 45001 gibt es eine dreijährige Übergangsfrist.

Hintergrund

Nach Erhebungen der Internationalen Arbeitsorganisation ILO aus dem Jahr 2017 kommt es jährlich zu 2,78 Millionen tödlichen Arbeitsunfällen. Das bedeutet, dass täglich fast 7 700 Menschen an Verletzungen oder Krankheiten, die auf ihre Arbeitstätigkeit zurückzuführen sind, sterben. Hinzu kommen jährlich etwa 374 Millionen nicht-tödliche arbeitsbedingte Verletzungen und Erkrankungen, die oft mit längeren Arbeitsausfällen einhergehen. Durch Anwendung der ISO 45001 soll sich das ändern.

Christian Pleschberger

Freier Redakteur, zertifizierter Technischer Redakteur bei satz KONTOR
DI Christian Pleschberger ist Absolvent der Universität für Bodenkultur, Freier Redakteur und zertifizierter Technischer Redakteur

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