Auch Hacker lieben Smart Toys

Smartboards, Smartcards, Smartphones und jetzt auch noch mithörende Teddys und ferngesteuerte Hunde – kurz: Smart Toys. Die vernetzten Roboter sprechen allerdings nicht nur mit ihren (kleinen) Besitzern, sondern auch mit Internetservern oder sogar mit dem Nachbarn. Für sie gilt es laut den Security-Experten von UL deshalb, ähnliche Sicherheitsrichtlinien wie für andere Mobilgeräte, Laptops und Computer zu beachten.

Im Besonderen empfehlen die Security-Experten von UL die folgenden Punkte beim Einsatz von Smart Toys zu berücksichtigen:

  1. Geräte unbekannter Hersteller oder ohne Angaben auf der Verpackung sind nur bedingt empfehlenswert. Dabei handelt es sich häufig um Importgeräte ohne Serviceangebote, was bei Fragen und Problemen zu einem Hindernis werden kann.
  2. Die Funktionen des Spielzeugs sollten auf der Verpackung oder einem technischen Datenblatt genau aufgeführt werden.
  3. Sichere Geräte besitzen eine ausführliche Dokumentation, in der wichtige Dinge ausreichend und verständlich erklärt werden.
  4. Manche Geräte nutzen Cloud Services im Internet. In diesem Fall sollte die Verbindung verschlüsselt sein, was oft als HTTPS, SSL oder TLS bezeichnet wird.
  5. Die Käufer sollten die Dokumentation lesen und sämtliche Arbeitsschritte der Installation und Konfiguration anhand des mitgelieferten Handbuchs umsetzen. „Versuch und Irrtum“ führt häufig zu Sicherheitsproblemen.
  6. Im heimischen WLAN muss die Datenverschlüsselung aktiviert sein. Viele neuere WLAN-Stationen (Router) werden bereits mit aktivierter Verschlüsselung ausgeliefert, doch bei älteren Geräten ist das nicht der Standard. Die Dokumentation des Routers enthält alle dafür notwendigen Arbeitsschritte.
  7. Alle eventuell vorhandenen Benutzernamen und Kennwörter für den Zugriff auf das Spielzeug müssen geändert werden und eine möglicherweise genutzte Verschlüsselung für Internetverbindungen muss auf jeden Fall aktiviert sein. Für die Konfiguration wird häufig eine entsprechende Smartphone-App mitgeliefert oder das Gerät ist mit einem Webbrowser über das lokale Netzwerk zu erreichen. Genaueres steht in der mitgelieferten Dokumentation.
  8. Die meisten vernetzten Spielzeuge und anderen Geräte müssen nicht dauernd angeschaltet sein. Sie sollten nur dann aktiv sein, wenn sie auch tatsächlich genutzt werden. Allerdings besitzt nicht jedes Gerät einen An/Aus-Schalter. In diesem Fall hilft nur, das Gerät vom Strom zu trennen.
  9. Die Nutzer sollten das Gerät in der Anfangszeit genau beobachten und prüfen, hier sollte vor allem auf Daten geachtet werden, die an einen Cloud Service gesendet werden. Falls offensichtlich unnötige Daten gespeichert werden oder es zu ungewöhnlichen Aktionen kommt, sollten sie das Gerät nicht weiter nutzen.
UL ist ein weltweit tätiges Unternehmen für Produktsicherheit und Zertifizierung, das seit mehr als 120 Jahren die Entwicklung von Normen und innovativen Sicherheitslösungen für den Schutz der Lebens- und Arbeitswelt begleitet. UL wurde 1894 als Underwriters Laboratories in den USA gegründet. Die Zentrale für Europa und Lateinamerika ist die UL International Germany GmbH mit Hauptsitz in Neu-Isenburg bei Frankfurt. Weltweit hat UL mehr als 10.000 Mitarbeiter in 44 Ländern.

Christian Pleschberger

Freier Redakteur, zertifizierter Technischer Redakteur bei satz KONTOR
DI Christian Pleschberger ist Absolvent der Universität für Bodenkultur, Freier Redakteur und zertifizierter Technischer Redakteur

Letzte Artikel von Christian Pleschberger (Alle anzeigen)

Post Your Thoughts

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.